Ratgeber I Sonderausgaben

Sonderausgaben absetzen in der Steuererklärung

Sonderausgaben absetzen in der Steuererklärung2022-09-27T15:48:09+02:00

Immer mehr Menschen machen ihre Steuererklärung und profitieren von Gesetzgebungen, die bei jedem die Steuerlast senken können. Daher lohnt es sich auch für Unerfahrene oder Anfänger, eine Steuererklärung anzufertigen und sich im Idealfall eine Steuerrückerstattung vom Staat zu holen.

Unter den Begriff „Sonderausgaben“ fallen private Ausgaben, die Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung steuerlich geltend machen können. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, was Sonderausgaben sind, wo die Angaben eingetragen werden und auf was Sie besonders achten müssen.

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Was sind Sonderausgaben?

Sonderausgaben sind private Ausgabenkosten, die Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung steuerlich geltend machen können, um so Ihre Steuerlast zu senken. Dabei darf es sich jedoch nicht um Betriebsausgaben oder Werbungskosten handeln.

Es kann nur derjenige die Sonderausgaben geltend machen, der sie auch selbst geleistet hat. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei zusammen veranlagten Ehepartnern ist es unerheblich, wer die Sonderausgaben getätigt hat.

In § 10 EStG (Einkommensteuergesetz) werden sämtliche zugelassene Sonderausgaben aufgezählt, das heißt, was dort nicht aufgeführt wird, kann auch nicht als Sonderausgaben abgesetzt werden. Zudem können sie nur in dem Jahr der Zahlung (Abfluss) berücksichtigt werden.

Übrigens: Für Sonderausgaben, die nicht zu den Vorsorgeaufwendungen zählen, gewährt das Finanzamt den Sonderausgaben-Pauschbetrag. Dieser wird automatisch mit 36 Euro bzw. für zusammenveranlagte Ehepaare und Partnerschaften mit 72 Euro angesetzt, sofern nicht tatsächlich höhere Angaben gemacht werden. Für diesen Pauschbetrag sind keine Nachweise erforderlich.

Sonderausgaben sind:

  • Vorsorgeaufwendungen

  • Spenden

  • Kirchensteuer

  • Unterhaltszahlungen

  • Berufsausbildungskosten

  • Schulgeld

  • Kinderbetreuung

  • Sanierungskosten eines bewohnten Baudenkmals

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Welche Anlagen werden für die Sonderausgaben in der Steuererklärung benötigt?

Sonderausgaben können nicht an einer Stelle in Ihrer Einkommensteuererklärung angegeben werden, sondern müssen entsprechend der Zugehörigkeit in die jeweiligen Anlagen-Vordrucke eingetragen werden.

Sonderausgaben Anlage-Vordruck
Vorsorgeaufwendungen Anlage Vorsorgeaufwand (AV)
Spenden Anlage Sonderausgaben
Kirchensteuer Anlage Sonderausgaben
Unterhaltskosten Anlage Unterhalt (U)
Berufsausbildungskosten Anlage Sonderausgaben
Schulgeld Anlage Kind
Kinderbetreuung Anlage Kind
Sanierungskosten eines bewohnten Baudenkmals Anlage Förderung des Wohneigentums (FW)

Was zählt zu den absetzbaren Sonderausgaben?

Bevor Sie entsprechende Ausgaben als Sonderausgaben deklarieren, empfiehlt es sich zu prüfen, ob diese gegebenenfalls den Werbungs- oder Betriebskosten zuzurechnen sind – diese sind bei den entsprechenden Einkünften der Höhe nach unbegrenzt abziehbar.

Beispiel: Die Haftpflichtversicherungsbeiträge für Ihr vermietetes Mehrfamilienhaus sind keine Sonderausgaben, sondern Werbungskosten (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung). Dagegen können Sie Beiträge zu Ihrer Privathaftpflicht- oder zur Grundstückshaftpflichtversicherung für das selbst genutzte Einfamilienhaus als Sonderausgaben abziehen.

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Vorsorgeaufwendungen

Es wird zwischen 2 Bereichen der Vorsorgeaufwendungen unterschieden: zum einen die Basisversorgung bzw. Altersvorsorgeaufwendungen, zum anderen sonstige Vorsorgeaufwendungen.

Aufwendungen zur Basisversorgung bzw. Altersvorsorgeaufwendungen können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Ehepaare und zusammenveranlagte Partner profitieren davon, dass für sie bei Zusammenveranlagung der doppelte Höchstbetrag gilt. Dabei kommt es nicht darauf an, wer von beiden die Altersvorsorgebeiträge bezahlt hat. Rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern wird außerdem der abziehbare Anteil der Vorsorgeaufwendungen um den steuerfreien Anteil in voller Höhe gekürzt, den der Arbeitgeber in ihre Rentenversicherung einzahlt.

Doch auch Beamte können sich mit gezahlten Beiträgen in einen Basisrentenvertrag (Rürup-Rente) zu ihrer Pension eine zusätzliche Altersversorgung aufbauen. Sie gehören wie Richter und Berufssoldaten zu den rentenversicherungsbefreiten Arbeitnehmern, bei denen der Höchstbetrag um den fiktiven Gesamtbeitrag (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) zur allgemeinen Rentenversicherung gekürzt wird. Der ungekürzte Höchstbeitrag steht rentenversicherungspflichtigen Angestellten zur Verfügung.

Innerhalb der sonstigen Vorsorgeaufwendungen können Ihre vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Dies gilt jedoch nur für den Basisschutz – Krankengeld gehört nicht dazu. Aus diesem Grund mindert das Finanzamt bei Pflichtversicherten den Krankenversicherungsbeitrag pauschal um 4 Prozent.

Wurden Ihnen innerhalb der privaten Krankenversicherung Beiträge zur Basiskranken- und Pflegeversicherung erstattet, müssen diese mit Ihren gezahlten Beiträgen desselben Veranlagungs- jahres verrechnet werden. So reduzieren sich die Sonderausgaben um die Beitragsrückerstattung.

Achtung: Der Selbstbehalt bei einer privaten Krankenversicherung gilt nicht als Sonderausgabe. Mit dem Selbstbehalt reduzieren privat Krankenversicherte ihren monatlichen Beitrag, es handelt sich also nicht um einen Beitrag zu einer Krankenversicherung (Bundesfinanzhof, Urteil vom 1.6.2016, Az. X R 43/14). Es ist jedoch ein Abzug als außergewöhnliche Belastung möglich, dafür muss aber die individuelle zumutbare Belastung überschritten sein. Zudem können Krankheitskosten, die ein privater Krankenversicherter selbst trägt, um eine Beitragserstattung zu erhalten, nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden (Bundesfinanzhof, Urteil vom 29.11.2017, Az. X R 3/16).

Prinzipiell ist für sonstige Vorsorgeaufwendungen ein Höchstbetrag angesetzt: Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, die einen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung erhalten, können maximal 1.900 Euro steuerlich geltend machen; Selbstständige, die ihre Krankenversicherung allein finanzieren, dürfen bis zu 2.800 Euro absetzen.

Sie können die Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe steuerlich geltend machen, selbst wenn diese den Höchstbetrag übersteigen. Doch Achtung: In diesem Falle können Sie keine weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen abziehen; dazu zählt der Krankenversicherungsbeitrag oberhalb des Basisbeitrags (bspw. für Wahlleistungen wie Auslandskrankenversicherung oder Chefarztbehandlung und Krankentagegeld).

Eine zusätzliche Altersvorsorge im Rahmen eines Riester-Vertrags kann ebenfalls bei den sonstigen Vorsorgeaufwendungen angegeben werden. In erster Linie erhalten Sparer unter bestimmten Bedingungen staatliche Zulagen, die dem Riester-Vertrag gutgeschrieben werden. Doch beachten Sie: Lösen Sie den Riester-Vertrag vorzeitig auf und verwenden Sie das ausgezahlte Geld nicht für die Altersvorsorge, müssen Sie sowohl die Zulagen als auch die Steuerersparnis zurückzahlen.

Basisversorgung bzw. Altersvorsorge:

  • Gesetzliche Rentenversicherung

  • Landwirtschaftliche Alterskasse

  • Rürup-Rente

  • Berufsständisches Versorgungswerk

Sonstige Vorsorgeaufwendungen:

  • Kranken- und Pflegeversicherung

  • Arbeitslosenversicherung

  • Haftpflichtversicherung

  • Unfallversicherung

  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Risikolebensversicherung

  • Rentenversicherung

  • Private Kapitalversicherung (Abschluss vor 2005)

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Spenden

Eine Spende ist eine freiwillige Ausgabe ohne Gegenleistung und kann in Form von Geld, Sachleistungen oder Zeit (hierbei wird auf eine Ihnen zustehende Vergütung verzichtet) erbracht werden. Im Zuge dessen können Sie Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke als Sonderausgaben absetzen.

Dabei ist es unerlässlich, dass diese Spenden und Mitgliedsbeiträge mittels einer Spendenquittung oder Zuwendungsbestätigung nachgewiesen werden können. Sie erhalten diese vom Spendenempfänger, sofern sie nicht bereits elektronisch an das Finanzamt übermittelt wurde. Auf diesem Nachweis müssen die Freistellung von der Körperschaftssteuer sowie die Verwendung der Mittel ersichtlich sein, doch Sie müssen diese nicht mit Abgabe Ihrer Steuererklärung einreichen, sondern erst auf Nachfrage. Also heben Sie Ihre Spendenquittungen gut auf. Für kleinere Spenden und Mitgliedsbeiträge bis zu 300 Euro je Zahlung erlaubt das Finanzamt einen vereinfachten Nachweis, das gilt bei Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen und Spenden zur Hilfe in Katastrophenfällen. Hierbei reicht als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung.

Sie können darüber hinaus Sachspenden wie Spielzeug, Geschirr oder Kleidung steuerlich geltend machen, jedoch müssen diese Spenden und ihr Marktwert sehr gut belegt sein. Daher empfiehlt es sich, den Neupreis, die Nutzungsdauer und den Zustand zum Zeitpunkt der Spende zu dokumentieren.

Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien und unabhängige Wählervereinigungen, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, können zur Hälfte unmittelbar von Ihrer Steuerlast abgezogen werden (maximal jedoch 825 Euro; bei zusammen veranlagten Partnern: 1.650 Euro).

Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung des öffentlichen Rechts oder einer steuerbegünstigten Stiftung des privaten Rechts sind bis zu 1 Million Euro (2 Millionen Euro bei zusammen veranlagten Partnern) begünstigt. Dabei können Sie Ihre Spende wahlweise im Jahr der Zuwendung oder in den 9 folgenden Jahren als Sonderausgaben absetzen.

Haben Sie in einem Jahr mehr als 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte gespendet, können Sie die übersteigenden Beträge im folgenden Jahr als Spendenvortrag steuerlich geltend machen. Das Finanzamt berücksichtigt hierbei den verbleibenden Teilbetrag.

Absetzbare Spenden & Beiträge sind bspw.:

  • Gemeinnützige Vereine

  • Stiftungen

  • Politische Parteien

  • Kirchen

  • Hochschulen

Keine absetzbaren Spenden & Beiträge sind bspw.:

  • Mitgliedsbeitrag im Sportverein

  • Direkte Zahlungen an Bedürftige

  • Lose einer Wohlfahrtslotterie

  • Zuschläge auf Sonderbriefmarken

  • Mitgliedsbeitrag im Kleingartenverein

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Kirchensteuer

Die gesetzlich geschuldete und gezahlte Kirchensteuer ist sowohl im Inland als auch im EU-/EWR-Raum als Sonderausgabe steuerlich absetzbar. Inbegriffen sind hier auch die vom Arbeitgeber abgeführte Kirchenlohnsteuer, die vierteljährlich vorausgezahlte oder für Vorjahre nachgezahlte Kirchensteuer und das besondere Kirchgeld. Die als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer auf Kapitalerträge erhobene Kirchensteuer kann dagegen nicht als Sonderausgabe geltend gemacht werden.

Darüber hinaus kann auch die offene Kirchensteuer des Erblassers, die der Erbe bezahlt hat, als Sonderausgabe abgesetzt werden. Im Jahr der Nachzahlung für den Erblasser ist dieser Betrag als eigene Sonderausgabe absetzbar. So entschied der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 21.7.2016, Az. X R 43/13.

Hinweis: Hat Ihnen das Finanzamt die Kirchensteuer erstattet, müssen Sie auch diese Erstattung angeben – sie wird dann gegengerechnet.

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Unterhaltskosten

Zu den Sonderausgaben gehören auch Unterhaltskosten an den früheren Ehepartner. Gemeint sind damit zum einen Ausgleichszahlungen im Rahmen eines Versorgungsausgleichs und zum anderen auch laufende oder einmalige Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrenntlebenden Ehepartner – das sogenannte Realsplitting. Das Gleiche gilt auch für eingetragene Lebenspartner, die sich getrennt haben.

Die jährlich absetzbare Höchstsumme beträgt 13.805 Euro und erhöht sich noch um den Betrag, den Sie zusätzlich für die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge Ihres ehemaligen Partners zahlen. Es muss jedoch beachtet werden, dass Ihr früherer Partner Ihrem Sonderausgabenabzug zustimmen muss, da er Ihre Unterhaltszahlungen wiederum in seiner Steuererklärung als sonstige Einkünfte in der Anlage SO angeben und versteuern muss. Beide Steuerzahler müssen hierbei die Anlage Unterhalt (U) unterschreiben. Diese Zustimmung zum Realsplitting gilt immer für ein ganzes Jahr, kann also gegenüber dem Finanzamt nicht im Laufe des Jahres widerrufen werden.

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Erstmalige Berufsausbildung

Ausgaben für die erste Berufsausbildung oder das Erststudium können grundsätzlich als Sonderausgaben mit bis zu 6.000 Euro jährlich steuerlich abgesetzt werden. Als Erststudium zählen die Semester bis zur Erlangung des Bachelors. Wenn sich bei Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnerschaften beide Partner in Berufsausbildung befinden, kann jeder den Höchstbetrag ansetzen. Neben Schul-, Kurs oder Studiengebühren können darüber hinaus auch Kosten für Fachliteratur, Lernmaterial oder Prüfungsgebühren geltend gemacht werden.

Um diese Kosten als Sonderausgaben steuerlich geltend machen zu können, muss die Erstausbildung mindestens 12 Monate (in Vollzeit) dauern und abgeschlossen werden. Ausgaben für eine Zweitausbildung oder für den Master-Studiengang können als Werbungskosten abgesetzt werden.

Darüber hinaus können Sonderausgaben sich nur im Entstehungsjahr auswirken und auch nur, wenn steuerpflichtige Einkünfte vorhanden sind, das heißt, Einnahmen oberhalb des Grundfreibetrags (2021: 9.744 Euro, 2022: 10.347 Euro). Da viele Studierende und Auszubildende nicht über so hohe Einkünfte verfügen, entfällt dieser Steuervorteil in den meisten Fällen für sie. Wenn die Ausbildungskosten dagegen Werbungskosten darstellen, kann der Aufwand als Verlust in die Folgejahre vorgetragen werden – als sogenannter Verlustvortrag. Der Vorteil: Er mindert die Steuerlast in den ersten Berufsjahren nach dem Studium.

Zu den Ausbildungskosten gehören bspw.:

  • Schul- und Studiengebühren

  • Lehrgangs- und Kursgebühren

  • PC, Schreibtisch, Fachliteratur u. Ä.

  • Druck- und Kopierkosten

  • Zulassungs- und Prüfungsgebühren

  • Fahrtkosten zwischen Wohnung & Hochschule

  • Selbst getragene Kosten für Praktika und Auslandssemester

Schulgeld für Privatschulen

Besucht Ihr Kind ein Internat, eine Waldorfschule oder eine andere Privatschule, fällt in der Regel Schulgeld an. Dieses ist mit 30 Prozent und einem Höchstbetrag von 5.000 Euro als Sonderausgabe absetzbar (gilt jährlich pro Kind). Einzige Voraussetzungen sind, dass Sie Anspruch auf das Kindergeld haben, die Schule zu einem allgemein- oder berufsbildenden Abschluss führt und der Schulbesuch in Deutschland, im EU-Ausland oder einem EWR-Staat stattfindet.

Hinweis: Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung sind nicht als Sonderausgaben abzugsfähig.

Zumutbare Belastung

Kinderbetreuung

Auch Kinderbetreuungskosten können in der Steuererklärung als Sonderausgaben deklariert werden. So können Sie bspw. zwei Drittel Ihrer Aufwendungen, höchstens aber 4.000 Euro je Kind und Kalenderjahr, von der Steuer absetzen. Um den Höchstbetrag auszuschöpfen, können Sie für jedes Kind Kosten bis zu 6.000 Euro geltend machen.

Für den Abzug von Kinderbetreuungskosten müssen jedoch folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt (bei dauerhaft getrenntlebenden Eltern ist grundsätzlich die Wohnsitzmeldung des Kindes ausschlaggebend).
  • Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.
  • Sie haben für die Aufwendungen eine Rechnung vorliegen.
  • Sie haben den Rechnungsbetrag auf das Konto des Leistungserbringers überwiesen.

Folgende Aufwendungen können Sie z. B. in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben absetzen:

  • Unterbringung des Nachwuchses in Kindergärten, -tagesstätten, -horten, -heimen und -krippen oder bei Tages-, Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen
  • Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen, Kinderschwestern, Au-Pairs oder Haushaltshilfen, die sich um Ihre Kinder kümmern
  • Beaufsichtigung der Kinder während der Schulaufgaben
  • Fahrtkostenersatz für die Großeltern, die ansonsten ihre Enkel unbezahlt betreuen

Nicht absetzbare Kinderbetreuungskosten:

  • (Nachhilfe-)Unterricht

  • Vermittlung besonderer Fähigkeiten

  • Sportliche Freizeitbetätigungen o. Ä.

  • Verpflegung des Kindes

Außergewöhnliche Belastungen

Förderung einer denkmalgeschützten Immobilie

Eigentümer eines denkmalgeschützten Hauses profitieren ebenfalls von der Möglichkeit, ihre Kosten als Sonderausgaben im Zusammenhang mit der Denkmalabschreibung (Denkmal-AfA für Selbstnutzer gemäß § 10f EStG) steuerlich geltend zu machen. Diese Förderung steht Ihnen in Ihrem Leben nur für ein Gebäude zu; für Zusammenveranlagte gilt dies für zwei Gebäude.

Wie läuft das genau ab?

Sie kaufen in Deutschland einen sanierungsbedürftigen Altbau, der bereits als Baudenkmal anerkannt ist. Lassen Sie sich vor Beginn der Renovierungsmaßnahmen die geplanten Baumaßnahmen von der Denkmalschutzbehörde abnehmen und setzen Sie diese um. In dem Jahr, in dem die Sanierung abgeschlossen wird und Sie einziehen, können Sie in den folgenden 9 Jahren jährlich 9 Prozent der Modernisierungskosten als Sonderausgaben absetzen, über 10 Jahre also maximal 90 Prozent abschreiben (Absetzung für Abnutzung, AfA). Im Anschaffungsjahr müssen Sie zeitanteilig abschreiben, also z. B. bei einem Kauf im Dezember nur ein Zwölftel der jährlichen AfA.

Sie wollen die Immobilie vermieten? Dann können Sie neben dem Kaufpreis (jährlich 2 Prozent für Gebäude bis 1925 und 2,5 Prozent für ältere Immobilien) auch die gesamten Modernisierungskosten über 12 Jahre abschreiben (in den ersten 8 Jahren mit jeweils 9 Prozent und in den 4 weiteren Jahren mit jeweils 7 Prozent). Die erhöhten Absetzungen bei Baudenkmalen können Sie übrigens als Werbungskosten geltend machen (§ 7h-i EStG).

Hinweis: Wenn Sie Zuschüsse für Ihre Restaurierungsmaßnahmen erhalten haben, müssen Sie diese von den Modernisierungskosten abziehen. Nur die Differenz kann steuerlich berücksichtigt werden.

Egal, ob Sie die denkmalgeschützte Immobilie selbst nutzen oder vermieten wollen – im Vordergrund muss das denkmalgerechte Sanieren stehen. Es empfiehlt sich daher, sich vor Beginn der Sanierung die Genehmigung der örtlich zuständigen Denkmalschutzbehörde einzuholen. Nur die Maßnahmen zum Erhalt des Denkmals werden gefördert (inbegriffen sind hier auch der Einbau von Bad, Toiletten und Heizung). Die Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde dokumentiert die anzuerkennenden Aufwendungen und ist für das Finanzamt ein verbindlicher Grundlagenbescheid.

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Bitte beachten Sie, dass alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Aktualität sind. Die hier dargestellte Übersicht ersetzt keine fachliche Beratung.